Dritte Staatenkonferenz für ein Atomwaffenverbot drängt auf neues Sicherheitsverständnis
Das 3. Treffen der Mitgliedsstaaten (3MSP) des Vertrags über das Verbot von Atomwaffen (AVV) fand von 03. bis 07.März 2025 bei den Vereinten Nationen in New York statt und brachte Vertreter*innen aus verschiedenen Ländern zusammen, um über den Fortschritt und die Umsetzung des Vertrags zu diskutieren. Ziel der Konferenz war es, die globalen Bemühungen zur Abschaffung von Atomwaffen zu stärken, Herausforderungen zu identifizieren und Strategien zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit zu entwickeln. Die Teilnehmenden sprachen zudem über die Bedeutung des Vertrags für den Frieden und die Sicherheit in der Welt und erörterten Maßnahmen zur Unterstützung der von Atomwaffen betroffenen Menschen.
Die deutsche Bundesregierung nahm erstmals nicht beobachtend an diesem Treffen teil und boykottierte damit diplomatische Bemühungen um nukleare Abrüstung. Zum Fernbleiben Deutschlands gab die IPPNW eine eigene Pressemitteilung heraus, die Sie hier nachlesen können.
Die Konferenz endete am Freitag mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Abschlussdokuments. In diesem bekräftigen die Staaten ihre Überzeugung, dass die existenzielle Bedrohung durch Atomwaffen stärker im Fokus der Debatten um diese Waffen stehen muss. Sie beziehen sich zudem auf die starken politischen Spannungen weltweit, die Modernisierung und Vergrößerung der Atomwaffenarsenale und die größer werdende Bedeutung von Atomwaffen in den Sicherheitsdoktrinen einiger Staaten. In Anbetracht all dieser Entwicklungen rufen sie alle Staaten dazu auf, internationale Normen gegen Atomwaffen nicht weiter zu schwächen, sondern stattdessen Diplomatie und Multilateralismus hochzuhalten. Zudem kritisieren sie direkt die Theorie der nuklearen Abschreckung, welche immer mit dem Risiko der Auslöschung der Menschheit einhergeht. Anstatt weiter an diesem System festzuhalten sollten alle Staaten in einen konstruktiven Dialog mit den Mitgliedern des Atomwaffenverbotsvertrags eintreten, sich für die Unterstützung der Opfer der Atombombenabwürfe und -tests einsetzen und den Beitritt zum AVV vorbereiten.
Die IPPNW war mit einer Delegation vor Ort und berichtete von der Konferenz. Unsere Artikel finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Berichte von der Konferenz
Die IPPNW fördert junge Menschen
Auch dieses Jahr fördern wir wieder junge IPPNW-Mitglieder bei ihrer Teilnahme an internationalen Kongressen und Konferenzen. So können sie die Arbeit der IPPNW kennenlernen und sich international vernetzen - eine enorme Motivation für das weitere Engagement! Aus diesem Grund fördern wir drei Medizinstudentinnen für ihre Teilnahme an der 3.Staatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags.
Lena Gedat
Die 3MSP ist eine der wichtigsten Strukturen auf dem Weg zu einer atomwaffenfreie Welt, was vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Situation und der damit einhergehenden atomaren Bedrohung und immenser Gefahr für die Menschheit wichtiger denn je ist. Es ist ein großes Privileg als Teil der IPPNW- und Youth4TPNW-Delegation an dieser Friedensbewegung beteiligt sein zu dürfen und junge Stimmen zu amplifizieren. Aus meiner Teilnahme erhoffe ich mir andere engagierte und motivierte Studierende und Aktivist*innen mit vielen verschiedenen Hintergründen und Expertisen kennenzulernen, sich für zukünftige Zusammenarbeit auch intergenerationell zu vernetzen und sich in Zeiten starker politischer Anspannungen gegenseitig zu unterstützen. Als Medizinstudentin fokussiere ich mich hier vor allem auf die humanitären Folgen atomarer Waffen und Kriege und die Umsetzung des geplanten WHO-Reports als Basis für zukünftige Abrüstungsverhandlungen, Unterstützung von Betroffenen und Umweltsanierung.
Stella Ziegler
In Anbetracht der aktuellen politischen Lage finde ich es wichtiger denn je, sich für Frieden einzusetzen. Die 3MSP ist ein großartiges Beispiel für eine der stärksten Initiativen in der internationalen Abrüstungs- und Friedensarbeit, insbesondere unter den jungen Bewegungen. Als Medizinerin betrachte ich Frieden als einen wesentlichen Schlüssel zu globaler Gesundheit und Gerechtigkeit, für den wir uns einsetzen müssen. Und als junge Person sehe ich Friedensaktivismus als einen unverzichtbaren Bestandteil der Sicherheit unserer Zukunft. Daher fühle ich mich sehr geehrt und freue mich darauf, von Menschen an vorderster Front zu lernen, Kooperationen in intersektionalen Themen zu stärken, Perspektiven auszutauschen, unser gemeinsames Ziel eines nachhaltigen Friedens voranzutreiben und die Menschlichkeit wieder in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen.
Nastassja Erlacher
Mein Name ist Nastassja Erlacher, ich bin Medizinstudentin im 4. Semester und seit Beginn meines Studiums bin ich Mitglied der IPPNW-Studierendengruppe Berlin. Der Entschluss, mich hier zu engagieren war ein sehr persönlicher, da meine Familie in der Ukraine täglich mit der Bedrohung durch den möglichen Einsatz von Atomwaffen konfrontiert war und bleibt. Diese Gefahr wirkt weit über ihren direkten Einsatz hinaus – allein die Existenz von Atomwaffen schürt Angst und Unsicherheit. Ich freue mich, an der TPNW-Konferenz teilnehmen zu dürfen, da ich den humanitären Ansatz, der dort verfolgt wird, besonders unterstütze und weiß, dass ich hier viel lernen werde. Mit diesem Wissen möchte ich mich in New York mit engagierten, hoffnungsvollen Menschen vernetzen und als Multiplikatorin interessierte Kolleg*innen und Freund*innen aufklären. Ich hoffe, dass wir gemeinsam erleben, wie wir dem Ziel einer Welt ohne nukleare Bedrohung einen Schritt näher kommen.
Helfen Sie uns dabei, die Arbeit von jungen Menschen für eine atomwaffenfreie Welt zu unterstützen!
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